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Der Schöne und das Biest - Magliolis Sieg bei der V. Carrera Panamericana mit einem Ferrari 375 Plus
Es ist die Geschichte eines Ferrari-Superautos. Ein Auto, das eine Zweisitzerversion des legendären 4½-Liter-Grand-Prix-Autos war, aber mit einem deutlich stärkeren Motor. 1954 kannten viele Fahrer den neuen Fahrzeugtyp noch gar nicht. Dort wo er bekannt war, wurde er mit Ehrfurcht als 'Four Point Niner' bezeichnet. So brav ein Fahrer den 375 Plus auch fuhr, mit seinen 350 Pferdestärken ging der 54er Ferrari als "das Biest" in die Renngeschichte ein. Das Handling des Rennboliden wurde als tückisch, brutal und unvorhersehbar beschrieben. Nur fünf Stück wurden insgesamt gebaut und viele Rennfahrer die ihn einmal fuhren, waren der Meinung, dass fünf auch genug für diese Welt seien. Umberto Maglioli zählte sicherlich nicht zu ihnen. Er zähmte das wilde Pferd und gewann mit dem Ferrari überlegen die Carrera Panamericana 1954. Die mexikanischen Presse nannte ihn aufgrund seines verwegenen Fahrstils "el suicida del volante", in Amerika galt er als der "mad italien". Am Ende gewann dieser "Verrückte" 5 der 8 Einzeletappen der fünften Panamericana mit einem neuen Streckenrekord von 107,955mph und verbesserte Fangios Lancia-Siegerzeit von 1953 um ein halbe Stunde. Grundlage für dieses wunderschöne Fahrzeug im Maßstab 1:24 war der GFK-Kit der Fa. Völkl. Bevor der Ferrari erstmals beim Saisonstart 2005 der DSC-West in Kamp Lintfort zur Jungfernfahrt an den Start gehen konnte, waren aber zunächst einige Schleif- und Porenfüllstunden notwendig, um ein ansprechendes Modell aufs schwarze Plastik zu bekommen. Nach dem Zusammentragen umfangreicher Originalliteratur sowie historischer Fotografien konnte ein entsprechender Panamericana-Decalbogen entworfen werden. Neben den bei der PanAm obligatorischen roten Mobil-Pferdchen fällt natürlich sofort die grelle Mobil Escuadron 1 2 3- und Mobilubricaccion-Reklame ins Auge. Obwohl Maglioli später sagte, dass er eigentlich Caltex Produkte im Rennen gefahren hatte, waren diese mexikanischen Öl- und Additiv-Sponsoren-schriftzüge in großen Lettern über das gesamte Fahrzeug verteilt. Diese Decal wurden entsprechend den Originalfotos und den Abmessungen der GFK-Karosse in Handarbeit angefertigt. Am Ende entstand ein kompletter RE-Decalbogen für dieses außergewöhnliche Renngefährt. |
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Foto 1: Völkl GFK-Kit und RE-Decalbogen
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Schon früh stand fest, dass der modellbauerische Anteil incl. Dioramenbau bei diesem Fahrzeug nicht zu
kurz kommen sollte. Lackiert wurde er natürlich in Ferrari Rot!
Ausführliche Informationen und Bilder vom doch sehr ungewöhnlichen Nietenmuster der Motorhaube und der Kotflügel - im Modell mit 0,5 mm Kugelnieten nachgestellt - bis hin zum Cockpitinterieur gab es freundlicherweise vom Toprestaurator Alan Stanton aus Neuseeland, der das Originalfahrzeug nach einer wilden "Irrfahrt" über mehrere Kontinente 30 Jahre nach dem PanAm Sieg erfolgreich rekonstruierte. |
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Foto 2: Wie im Original (rechtes kleines Bild) - Nietenmuster der Kotflügel
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| Fahrerfigur und Interieur Bei einem offenen Sportwagen kommt man natürlich "hautnah" an den Fahrer heran, dem somit als "eyecatcher" eine besondere Bedeutung zukommt. Daher wurde der Helm mit einem echten Lederbeschlag ausgelegt. Zunächst wurde mit dem Dremel der vorhandene Resine-Lederansatz entfernt und anschließend mit einer Trennscheibe ein dünner, ca. 4 mm tiefer Schlitz direkt unterhalb des Helmes am Hinterkopf eingefräst. In den Schlitz wurde dünnes Leder eingeklebt und entsprechend den Kopfkonturen ausgeschnitten. Um das Ganze noch realistischer darzustellen, mussten einige Haare herhalten. Diese wurden auf die Rückseite des Lederbeschlags geklebt, so dass sie unter Helm und Leder locker herausschauen. Die Verschlussschnalle des Helmes wurde aus Silberdraht angefertigt. Fahrersitz und Kopfstütze sind ebenfalls dünn mit Leder "gepolstert". | |
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| Foto 3: Alles Leder - Helm, Brille, Uhrenarmband, Fahrersitz, Kopfstütze und Haubenverschlüsse | |
| Entsprechend dem Vorbild bekam Maglioli zwei Brillen mit auf seinen Weg durch Mexiko. Da die Panamericana fast 3000 km quer durchs Land - vom Hochgebirge bis hinunter auf Meeresebene - führte, mussten die Fahrer auch während einer einzelnen Tagesetappe immer wieder mit stark wechselnden Wetterverhältnissen rechnen. So kam bei vielen Teilnehmern sowohl die "Sonnenbrille" als auch die normale Rennbrille zum Einsatz. Die normale Rennbrille besteht bei dieser Fahrerfigur aus Lexan, welches zusätzlich mit dünnem Leder unterlegt wurde. Die Sonnenbrille wurde aus Resine gefertigt und mit einem dünnen Lederband Maglioli um den Hals gelegt. | |
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| Foto 4: Durchblick - zwei Brillen für alle Wetterlagen | |
| Ein weiteres typisches Utensil war seine legendäre Rennarmbanduhr, wie man sie auf vielen Rennberichtfotos Maglioli`s aus dieser Zeit findet. Aus einem Stückchen Leder, einem runden Plastiksheet und einem 50er Jahre Ziffernblatt - als Decal aus einer Internetvorlage aufbereitet - wurde das historische Zeitmessgerät nachgebaut. | |
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| Foto 5: Just in time - Maglioli beim Start um halb Zehn | |
| In die Hand bekam er natürlich ein genietetes, stilechtes Holzlenkrad, die Armaturendecals wurden zusätzlich mit dünnen Messingumrandungen versehen. Zusammen mit der PanAm-Armbinde, die jeden Fahrer als teilnehmenden "Piloto" bzw. "Co-Piloto" akkreditierte, werten diese Details Fahrerfigur und Cockpit weiter auf. | |
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| Foto 6: Fest geschlossen - Eigenbauverschlüsse der Motorhaube | |
| Die Motorhaube wird mit vier schmalen Lederriemen, Silberdrahtverschlüssen und Stiftnieten, sowie zwei - entsprechend dem Vorbild - angefertigten dreidimensionalen Drehverschlüssen aus Silberdraht und Alupailletten gehalten. Auf ein solches Renngefährt gehören zur Abrundung des Gesamteindrucks natürlich klassische Speichenräder wie sie z.B von Sakatzu angeboten werden; die gesamte Optik wird mit den selbst entworfenen Pirelli Corsa Stelvio Reifendecal dem Look der 50er Jahren weiter angepasst. | ||
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| Foto 7 bis 9: Speiche für Speiche - Purer Genuss der 50er | ||
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| Foto 10: Auf der Durchfahrt - Zieleinlauf in Ciudad Juárez | |
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Concours: 20 Punkte Einsatz:DSC West 2005 - Gewinner Best of Show, Kamp Lintfort DSC Cup 2006 - 3. Platz bei der Best of Show 2006 |
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